Foto: Erik Mclean / Pexels.com


Auch wenn das Beheizen von Haus und Wohnung kein günstiges Vergnügen ist, gänzlich auf das Beheizen sollte nicht verzichtet werden, da sonst Kälteschäden drohen. Aber wie sieht es bei leerstehenden Häusern und Wohnungen aus?


Für Häuser und Wohnungen stellt vor allem das kalte und nasse Winterwetter eine starke Belastung dar. Wer die Heizung gänzlich auslässt, der riskiert Kälteschäden. Vor allem das Risiko für Schimmel steigt, wenn nicht ausreichend geheizt wird. Grund für die Schimmelbildung ist vor allem die höhere Luftfeuchtigkeit in bewohnten Wohnungen.

Die Rechnung ist einfach. Das Umweltbundesamt schätzt (1), dass ein Vier-Personenhaushalt jeden Tag durch Atmen, Kochen, Duschen usw. etwa 12 Liter Luftfeuchtigkeit an die Luft abgibt. Je kälter die Temperatur in der Wohnung ist, desto weniger Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen und desto mehr Feuchtigkeit setzt sich an den kalten Oberflächen (Gemäuer) ab (2). Langfristig droht somit Schimmel, wenn nicht ausreichend geheizt wird.

Müssen auch unbewohnte Häuser geheizt werden?

Was ist aber mit leer stehenden Häusern und Wohnungen? Auch in leer stehenden Häusern sollte die Heizung nicht gänzlich ausgeschaltet werden. Einer der Hauptgründe ist die Gefahr, dass Heizungsrohre bei Minusgraden einfrieren können. Gefriert das Wasser in den Leitungen, dehnt es sich aus und die Leitungen können platzen, was wiederum zu teuren Wasserschäden führt.

Theoretisch könnte man nun in einem unbewohnten Haus einfach das Wasser über den Winter aus den Leitungen lassen. Wichtig wäre hierbei vor allem, dass sichergestellt wird, dass kein Restwasser in den Leitungen bleibt, was je nach Heizsystem und Bauart nicht ganz einfach ist. Prinzipiell raten Experten allerdings dringen davon ab, das Heizwasser über den Winter abzulassen und die Heizung gänzlich auszuschalten. Eine „Grundwärme“ stellt sicher, dass Haus und Gemäuer nicht gänzlich auskühlen.

Optimal für leerstehende Häuser und Wohnungen – 15 Grad

Dass die Masse des Hauses nicht gänzlich auskühlt, ist vor allem deswegen wichtig, da sich jedes Mal, wenn die Temperatur und somit auch die Luftfeuchtigkeit steigt, Feuchtigkeit im noch kälteren Gemäuer absetzt (kondensiert), da hier die Kälte weiterhin gespeichert ist. Langfristig bietet so auch ein unbewohntes Haus, das nicht beheizt wird, gute Bedingungen für Schimmel.

Nun möchte man ein unbewohntes Haus aus Kostengründen natürlich so wenig wie möglich heizen. Aber was ist die optimale Mindesttemperatur für ein unbewohntes Haus? Eine kritische Grenze sind je nach Gemäuer etwa 11 Grad (3). Optimale Bedingungen, um das Schimmelrisiko zu reduzieren, sollen Temperaturen ab 14,5 Grad bieten. Empfohlen wird auch bei leer stehenden Häusern ein regelmäßiges und kräftiges Lüften.

Lese-Tipp:

Auch interessant