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Wer häufig stolpert, der riskiert ernste Verletzungen. Nicht umsonst ist das Stolpern die Unfallursache Nummer eins auf der Arbeit. Die möglichen Gründe und hilfreichsten Tipps haben wir hier für Sie zusammengefasst.


Unfallauswertungen an deutschen Arbeitsplätzen zeigen, dass Stolpern, Ausrutschen und die daraus resultierenden Stürze die häufigste Unfallursache ist (1,2,3). Betroffen sind zwar eher ältere Menschen (4), aber auch jüngere können dazu neigen, öfters zu stolpern. Die Ursachen sind meist ein Zusammenspiel zwischen mehreren Faktoren.

Wichtig: Wenn Sie vermehrt stolpern, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen, um ggf. mögliche Krankheiten ausschließen zu können. Das ist vor allem dann ratsam, wenn die Probleme innerhalb kurzer Zeit entstanden sind.

Warum stolpere ich oft? – Die Gründe im Überblick

In der Regel sind die Gründe für ein häufiges Stolpern Gleichgewichtsprobleme und/oder eine verminderte Reaktionsfähigkeit. Allerdings können die Ursachen dafür wiederum deutlich komplexer sein, weshalb der eigene Gesundheitszustand ganzheitlich betrachtet werden sollte. Häufiges Stolpern, Umknicken und Ausrutschen können genauso ein Anzeichen für Ermüdung, Nebenwirkung von Medikamenten oder einem allgemein schwachen Kreislauf sein.

Weniger stolpern durch Training

Prinzipiell gilt, wer regelmäßig stolpert und sich allgemein wenig oder nur einseitig bewegt, der sollte Gleichgewicht und Motorik trainieren. Priorität beim Training haben dabei intermuskuläre- und intramuskuläre Koordination sowie die Sensomotorik.

Lese-Tipp: Inter- und intramuskuläre Koordination – Fundament der Bewegung

1. Mit einem/einer Physiotherapeut*in sprechen

Der einfachste Weg, seine Motorik zu trainieren, ist, mit einem/einer Physiotherapeut*in zu sprechen. Dieser kann Ihnen nach einem kurzen Anamnesegespräch einen individuellen Trainingsplan für eine Verbesserung der Stand- und Gangsicherheit zusammenstellen. Ein Rezept für Physiotherapie bekommen Sie bei Ihrem Hausarzt, aber auch ohne Rezept können Sie einen/eine Physiotherapeut*in aufsuchen. Die Preise für eine halbe Stunde Beratung liegen bei etwa 30 bis 40 €.

2. Koordination und Balance trainieren

Koordination und Balance lassen sich vor allem mit einem breiten Bewegungsmuster (5) trainieren. Sprich, Bewegungsabläufen, die in Ihrem Alltag eher unüblich sind. So werden Trainingsreize primär für das motorische System gesetzt. Das Training kann vielfältig gestaltet werden. Gut für motorische Abläufe sind zum Beispiel:

  • Yogakurse
  • Koordinationsleiter
  • Seilspringen
  • Balance-Boards

Lese-Tipp: Training mit der Koordinationsleiter – So geht’s

3. Krafttraining für die Beine

Auch Krafttraining für die Beine wirkt sich positiv auf die Standsicherheit aus. Als Grundübung sollten Kniebeugen auf keinen Fall fehlen.

4. Barfuß trainieren

Sich barfuß zu bewegen trainiert zusätzlich die Sprunggelenke deutlich besser, als mit Schuhen, da sich der Fuß so freier bewegen kann.

5. Achtsamkeit üben

Auch das Trainieren von Achtsamkeit wirkt sich positiv auf die Gangsicherheit aus. Wer öfters stolpert und gleichzeitig das Gefühl hat, regelmäßig zu sehr in seinen Gedanken versunken zu sein, der sollte Achtsamkeitsübungen in seinen Alltag mit einbinden.

6. Kreislauftraining

Ein schwacher Kreislauf führt ebenfalls zu einem verminderten Gleichgewichtssinn und zu einer schlechteren Reaktionsfähigkeit. Um ein regelmäßiges Cardiotraining führt in dem Fall kein Weg vorbei.

Weniger stolpern durch ein besseres Umfeld

Neben dem Training der eigenen Motorik lassen sich auch äußere Einflüsse beeinflussen, um die eigene Stolperanfälligkeit zu reduzieren. Ein festeres Schuhwerk kann dabei die Stand- und Gangsicherheit verbessern. Ermüdung kann zum Beispiel mit mehr Schlaf vorgebeugt werden. Um Ihr Umfeld stolpersicher zu gestalten, sollten Sie sich die Situationen anschauen, in denen Sie regelmäßig stolpern. Im Fall von Treppen sollten Sie zum Beispiel das Geländer mitbenutzen.

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