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Erfahren Sie in diesem Artikel, was beim Trampolinspringen im Körper passiert und welchen Wert das Springen für die Fitness hat.


Trampoline gibt es in den verschiedensten Varianten, aber im Prinzip wirken beim Springen auf jedem Trampolin stets dieselben Mechanismen und Trainingsreize. Das Trampolinspringen ist daher ideal, um gezielt und mit System zu trainieren. Wichtig ist allerdings, dass korrekt trainiert wird und Übungen und deren Reihenfolge auch Sinn haben. Um zu verstehen, warum welche Übungen wichtig sind und warum man auf bestimmte Dinge achten sollte, sollte man die einzelnen Trainingsreize ungefähr verstehen.

Inhalt

Trainingsreize – Was passiert im Körper

Von Trainingsreizen spricht man, wenn der Körper eine Anstrengung verrichtet und darauf mit einer Anpassungsreaktion reagiert. Sprich, der Körper bereitet sich in der Regeneration nach der Anstrengung darauf vor, beim nächsten Mal bessere Leistung zu bringen, da er davon ausgeht, dass er die Anstrengung in Zukunft wiederholen muss. Dieses Prinzip wirkt bei jeder Art von Sport und lässt sich somit auf alles im Fitnessbereich übertragen. Den Bewegungsablauf des Springens auf dem Trampolin nennt man sportwissenschaftlich auch Rebounding und bringt teilweise sogar einzigartige Trainingsreize für den Körper mit sich.

1. Gutes Cardiotraining

Durch die schnelle Be- und Entlastung beim Springen auf dem Trampolin kommt als Erstes das Herz-Kreislauf-System in Schwung. Wenn man sich den Sprungablauf genauer anschaut, dann sieht man, dass der Körper in der Phase beim Aufkommen auf dem Sprungtuch bis hin zur Absprungphase vom Sprungtuch in die Luft eine Körperspannung aufbaut. Diese Körperspannung ist der Grund, warum wir in die Luft abheben.

Die komplette Bewegungsenergie aus dem Flug wird dabei direkt auf das Tuch und die Federn übertragen, welches einen anschließend zurück in die Luft federt. Hätten wir keine Körperspannung, dann würde die komplette Bewegungsenergie vom Körper absorbiert werden und wir würden da bleiben, wo wir sind, nämlich auf dem Sprungtuch. Die Körperspannung ist also der Schlüssel. Der menschliche Körper hat etwa 650 verschiedene Muskel. Inbegriffen sind hier alle Muskel. Auch Muskeln, welche nicht willentlich gesteuert werden können, wie zum Beispiel das Herz oder die Darmmuskulatur. Den Großteil der Muskeln macht allerdings die Skelettmuskulatur aus.

Baut der Körper Spannung auf, muss er so viele Muskeln wie möglich gleichzeitig anspannen, um beim Springen auch so viel Energie wie möglich wieder in das Trampolin abzugeben. Das ist auch der Grund, warum man nach dem Trampolinspringen auch eher Muskelkater an Stellen bekommt, an denen man keinen erwartet hat, wie zum Beispiel dem Nacken. Und hier schließt sich der Kreis, denn diese Anspannung kostet Energie, und zwar jede Menge. Grade der schnelle Wechsel zwischen kompletter Kontraktion und Relaxation lässt den ganzen Kreislauf auf Touren kommen und erhöht enorm die Grundlagenausdauer, was sich bei anderen Sportarten natürlich auch schnell bemerkbar macht.

2. Verbesserte Haltung

Trampolinspringen trägt auch einiges zu einer guten Haltung bei. Grade die Core-Muskulatur wird durch die zum Springen nötige Körperspannung enorm trainiert. Ohne Muskulatur wäre die Wirbelsäule des Menschen nicht in der Lage, aufrecht zu bleiben. Hierbei ist speziell die Core-Muskulatrur (auch Stütz- und Haltungsmuskulatur genannt) für eine aufrechte Haltung verantwortlich.

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Zuständig für eine starke Mitte und somit auch eine mühelose und aufrechte Haltung ist die tieferliegende Rücken-, Bauch-, Rumpf- und Beckenbodenmuskulatur. Eine aufrechte Haltung ist somit ein komplexes Zusammenspiel zwischen unzähligen Muskeln und Muskelgruppen. Sind hier einzelne Muskeln untrainiert und nicht stark genug, dann entstehen Dysbalancen und andere Muskeln müssen dies ausgleichen. Die Haltung wird krumm und es entstehen sogar Schmerzen.

Hier ist auch wieder die Körperspannung beim Springen der Schlüssel. Die nötige Spannung erfordert die Arbeit aller Muskeln im Core-Bereich und somit wird auch durch die Anspannung dieser vom Nacken bis zum Beckenboden der komplette Haltungsapparat trainiert. Dieser komplexe Trainingsreiz wirkt sich somit auf die gesamte Fitness und auch auf die Muskeln aus, die eben schwieriger sind, isoliert zu trainieren.

3. Der Kompressionsreiz

Ein Phänomen beim Trampolinspringen ist der sogenannte Kompressionsreiz, mit dem der Reiz gemeint ist, welcher durch die auftretenden Beschleunigungs- und Bremskräfte entstehen. Sobald wir auf dem Sprungtuch aufkommen und der Körper abgebremst wird, wirken diese Kräfte direkt auf unsere Knochen und Gelenke. Dieser Kompressionsreiz hat es in sich. Es bildet sich vermehrt wichtige Gelenkflüssigkeit, welche Knorpel, Bänder, Bandscheiben und Sehnen umspülen, sie beweglicher machen und diese zusätzlich noch mit wichtigen Nährstoffen versorgen.

Ein weiterer Effekt durch solche regelmäßigen Kompressionsreize ist der Knochenaufbau. Knochen verändern sich im Laufe unseres Lebens stetig. Sie passen sich den äußeren Einflüssen an und komprimieren sich langfristig im Inneren in den regelmäßig beanspruchten Druckwegen. Die kleinen Luftbläschen im Inneren verdichten sich und rüsten sich so für den nächsten Reiz.

Kräftige Knochen sind besonders im Alter nicht selbstverständlich, denn die Knochenkrankheit Osteoporose, welche Knochenschwund durch die Abnahme der Knochendichte bedeutet, ist eine der häufigsten Krankheiten im Alter. Durch ein aktives Leben, in dem solche Reize stattfinden, lässt sich hier die Wahrscheinlichkeit im Alter stark minimieren.

4. Der Lymphfluss

Ein weiterer Effekt beim Springen ist die positive Auswirkung auf das Lymphsystem. Die Zirkulation im Lymphsystem ist ein lebensnotwendiger Prozess im Körper, der die Zellen entgiftet und mit Nährstoffen versorgt. Jede Zelle in unserem Körper badet in einer Gewebsflüssigkeit, welche man Lymphe nennt. 85 % der gesamten Körperflüssigkeit besteht hieraus.

Das Lymphsystem ist ähnlich aufgebaut wie der Blutkreislauf. In den Lymphkanälen sieht es ähnlich aus wie in den Venen. Kleine Klappen stellen die Zirkulation in nur eine Richtung sicher. Das Problem ist allerdings, dass im Gegensatz zum Blutsystem, welches das Herz als Motor besitzt, das Lymphsystem auf die Kontraktion von außen angewiesen ist, damit der wichtige Zelldruckwechsel stattfinden kann.

Mangelt es an Bewegung, beeinträchtigt dies den Lymphfluss und somit auch das Immunsystem. Durch den rhythmischen Druckwechsel in den Zellen entsteht eine kräftige Zirkulation der Lymphflüssigkeit. Bereits wenige Minuten leichtes Hüpfen ist eine optimale Stimulanz der Lymphbahnen.

5. Koordination und Gleichgewicht

Die Fähigkeit, mehrere sensorische und motorische Leistungen gleichzeitig zu verarbeiten, nennt man in der Neuro- und Sportwissenschaft auch Sensomotorik. Alleine beim Gehen werden vom Gehirn Unmengen an Informationen verarbeitet. Was sich einfach anfühlt und einfach aussieht, muss nicht ohne Grund als Kind lange gelernt und geübt werden, bis es später mal so mühelos aussieht.

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Der Mensch ist ein höchst körperliches Wesen und erfährt seine Umwelt auch über Bewegungen. Um Neues schnell und effektiv lernen zu können, benötigt der Mensch auch gute koordinative Fähigkeiten. Sind diese schlecht ausgeprägt, tut man sich bei vielem schwer. Die Bewegungsabläufe beim Trampolinspringen erfordern je nach Übung eine hohe Koordination und ein gutes Gleichgewicht.

Man lernt viele Sinne gleichzeitig zu verarbeiten und vor allem mit seinem Körper umzugehen. Durch solche koordinativen Trainingsreize bekommt man ein besseres Gefühl für seinen Körper. Außerdem vernetzen sich die beiden Gehirnhälften besser miteinander, was der Kommunikation auch im Allgemeinen zugutekommt. Die Konsequenzen sind unter anderem auch eine bessere Konzentration und Reaktionsfähigkeit. Nicht umsonst ist Trampolin springen auch eine etablierte Therapieform für Kinder mit Entwicklungsverzögerung.

6. Die Hormonausschüttung

Auf die Frage, was so alles in unserem Körper während dem Springen auf dem Trampolin passiert, gibt es also viele Antworten, weil eben auch sehr viel passiert. Durch Anstrengungen schüttet der Körper aber außerdem noch einen ganzen Cocktail an Glückshormonen aus. Neben Adrenalin, Dopamin und Serotonin werden unter anderem besonders bei aeroben Betätigungen, wie zum Beispiel dem Trampolin springen auch Endorphine ausgeschüttet.

Genau diese Endorphine sind unter anderem für eine veränderte Körperwahrnehmung verantwortlich. Genau genommen sind Endorphine körpereigene Opioidpeptide und bewirken ähnliche euphorische Zustände wie Opiate, da diese einen ähnlichen Wirkungsmechanismus haben. Endorphine regeln Empfindungen wie Schmerz und Hunger und bei einem leichten Überschuss wirkt sich dies in Euphorie aus.

Trainingsbeispiele

So in der Art könnte ein effektives Training auf einem Fitnesstrampolin aussehen. Hier sieht man sehr schön, wie wichtig die verschiedenen Variationen im Training sind, um diese auch ganzheitlich zu gestalten. Nur so können alle Trainingsreize und Vorteile des Springens effektiv genutzt werden. Am besten mitmachen und selbst sehen!

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Wirkungsweise anhand von Beispielen

Hier nochmals die Wirkungsweisen anhand von Beispielen anschaulich erklärt.

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